GIPFELBLICKE
Letzte Aktualisierung: 30.05.2020
                    © Erich Arndt
Montblanc Montblanc Dufourspitze Dufourspitze Gran Paradiso Gran Paradiso Großglockner Großglockner Zugspitze Zugspitze Triglav Triglav Vordere Grauspitze Vordere Grauspitze
Die glorreichen Sieben der Alpenländer ITALIEN
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      Gran Paradiso  4.061 m
Geografie: Der    Gran    Paradiso     ist    mit    einer    Höhe    von    4.061 m der    höchste    Berg    der Grajischen    Alpen     und    gleichzeitig    der    höchste    Berg,    der    mit    seiner    Basis vollständig     auf     italienischem     Boden     steht     (siehe     Fußnote).     Er     liegt     im Nationalpark   Gran   Paradiso,   der   aus   einem   1856   zum   Schutz   des Alpensteinbocks geschaffenen königlichen Jagdreservat hervorgegangen ist.                               Unsere Aufstiegsroute: 1 . Vom   Parkplatz   in   Pont   (1.960   m)   Aufstieg   zur   Berghütte   Rifugio   Vittorio Emanuele II (2.732 m). 2 . Am   nächsten   Tag Aufstieg   zum   Gipfel   über   zunächst   Geröll   und   Blockwerk, später über Gletscherpassagen und Schneefelder.  Unsere Abstiegsroute: Wie Aufstiegsroute. Anstrengung: Anspruchsvolle   Bergtour   (T3   –   T4).   Querung   von   Gletscherpassagen.   Im   oberen Bereich felsiger Gipfelaufbau mit Kletterstellen. Ausrüstung: Komplette Hochgebirgsausrüstung. Gefahren: Alle Gefahren im Hochgebirge
Blick auf den Gran Paradiso Streicheleinheit für die Madonnenstatue Um 5:30 Uhr beginnt der Berggang Sonnenaufgang Am Gletscherrand werden die Steigeisen angelegt Die Seilsicherung gehört auch dazu Hier geht’s hinauf Rast in der wärmenden Sonne Der Gratkante des Gran Paradiso ist erreicht Die Schlüsselstelle ist der Übergang zur Madonna Danny und Purzel sind am Ziel Das Wetter schlägt um Abgang über den Gletscher Die Spalten werden umgangen Blick in eine Gletscherspalte Nach dem Gipfelgang gibt es ein Bierchen
Im Reisetagebuch geblättert (Montag, 25.08.2014)                                                                                         Stau am Gran Paradiso
Um   4:15   Uhr   rappele   ich   mich   langsam   in   die   Vertikale,   soweit   das auf   dem   Dachboden   der   italienischen   Schutzhütte   Rifugio   Vittorio Emanuele   II   möglich   ist.   Danny   zögert   das Aufstehen   hinaus,   denn   er ist   noch   müde.   Eine   Katzenwäsche “   und   ein   Bergsteigerfrühstück folgen,   dann   geht   es   um   5:30   Uhr   hinaus   in   die   Dunkelheit.   Im Schein    der    Stirnlampen    stapfen    wir    als    Zweierseilschaft    über Blockgestein   einem   Hang   entgegen.   Orientierung   durch   das   Gewirr der    Blöcke    geben    Wegspuren    und    Steinmännchen.    Über    Geröll, Schotter    und    Firn    geht    es    direkt    auf    einen   Ausläufer    des    Gran- Paradiso-Gletschers    zu.    Nach    einer    Stunde    ist    der    Moment    des Sonnenaufgangs    gekommen.    Das    Naturschauspiel    beginnt    und    ist faszinierend.     Die     ersten     Sonnenstrahlen     legen     das     umliegende Panorama der Alpengipfel in einen orange-roten Ton. Am   Gletscherrand   werden   Steigeisen,   Klettergurt   und   Seil   angelegt. Mit   dem   Eispickel   in   der   Hand   geht   es   nun   weiter   bergan.   Die   alpine Gefahr,     in     eine     Gletscherspalte     zu     rauschen,     besteht     für     den Hochtourengeher    auf    diesem    Terrain    ständig    –    also    Achtung! Schließlich     soll     man     das     Glück     und     nicht     das     Schicksal herausfordern.   Nach   der   Überwindung   des   steilen   Hangs   erreichen Danny   und   ich    einen   Bergrücken,   der   sich   in   einer   mäßigen   Steigung über    einen    Sattel    emporzieht.    Der    Gipfel    des    Gran    Paradiso    mit seinen    Felstürmchen    und    der    Madonnenstatue    ist    zu    erkennen. Nochmals    geht    es    steil    über    den    Bergschrund    dem    Gipfelgrat entgegen.   In   leichter   Kletterei   kraxeln   wir   nun   teils   luftig   über   die glatten,   nur   schwer   zu   greifenden   Blöcke   des   Grats.   Kurz   unterhalb des    Gipfels,    auf    der    die    weiße    Madonna    steht,    wartet    mit    einer
kurzen,   aber   sehr   ausgesetzten   Querung   die   Schlüsselstelle   auf   uns. Auf   dem   schmalen   Absatz   hat   man   einiges   an   Luft   und   gähnende Leere   unter   den   Sohlen.   Wer   hier   den   Halt   verliert,   fällt   tief.   Zum Sichern     und     Entschärfen     der     Stelle     sind     zwei     Bohrhaken vorhanden.   Konzentration   ist   gefragt,   denn   am   Gran   Paradiso   gibt es   Stau,   weitere   Bergsteiger   drängen   auf   dem   schmalen   Grat   zur Madonna. Nach    der    Querung    der    Schlüsselstelle    mit    eher    mittelmäßiger Seilsicherung   folgt   ein   letzter   Felsabsatz.   Viereinhalb   Stunden   nach Aufbruch   von   der   Schutzhütte   stehen   Danny   und   ich   nacheinander bei   der   großen   Gipfelfigur   des   Gran   Paradiso   auf   4.061m.   Dannys erster    Viertausender    und    mein    vorletzter    Gipfel    der    glorreichen Sieben   der   Alpen   sind   geschafft.   Für   eine   Zigarettenpause   meines Freundes      ist      keine      Zeit      gegeben,      denn      immer      mehr Gipfelaspiranten     drängen     zur     Madonna.     Das     Wetter     schlägt innerhalb   einer   Viertelstunde   um,   Wolken   ziehen   auf,   da   ist   ein sofortiger     Abstieg     geboten.     Der     Rückweg     führt     über     den spaltenreichen    Laveciau-Gletscher    und    eine    bröslige    Felswand. Unsere   Bergfahrt   in   den   Grajischer   Alpen   endet   nach   achteinhalb Stunden.   Nachdem   die   Sachsen   je   einen   Liter   Bier   gepichelt   haben, entschließen   sie   sich   eine   weitere   Nacht   auf   der   Hütte   mit   dem königlichen   Namen   zu   verbringen. Vor   dem Abendessen   geht   es   für zwei   Stunden   in   die   Koje.   Diesmal   hält   mein   Gehirn   die   Klappe und   schläft   einfach   ein. Wie   am Vortag   wird   ab   19:00   Uhr   ein   Drei- Gänge-Menü serviert. Die Hühnerkeulen sind wieder dabei.
Alles ist relativ – auch Italiens Höchster. Falls   die   umstrittene   Grenze   zwischen   Frankreich   und   Italien   genau   über   den   Mont   Blanc   (4.810   m)   verläuft,   bildet   dieser   den   höchsten   Gipfel Italiens. Andernfalls   ist   der   Mont   Blanc   de   Courmayeur   (4.748   m)   die   italienische   Nummer   1.   Erkennt   man   diesen,   da   er   kaum   ausgeprägt   ist,   nicht als   eigenständig   an,   wäre   das   Nordend   (4.609   m)   im   Monte-Rosa-Stock   der   nächste   Kandidat.   Setzt   man   eine   Mindest-Schartentiefe   von   100 m voraus,   wäre   die   Zumsteinspitze   (4.563   m)   höchster   Gipfel   Italiens.   Verlangt   man   eine   noch   deutlichere   Eigenständigkeit,   zum   Beispiel   300 m Schartentiefe, rangiert der Liskamm (4.524 m) an vorderster Stelle – bis hierher alles Grenzgipfel!   Wenn   nur   ganz   auf   italienischem   Boden   liegende   Gipfel   gewertet   werden,   ist   der   Picco   Luigi   Amedeo   (4.469   m)   der   höchste.   Erkennt   man   ihn wegen   seiner   nur   54 m   Schartentiefe   nicht   an,   ist   es   die   Vincentpyramide   (4.215   m)   mit   128 m   Schartentiefe.   Gelten   nur   vollständig   italienische Bergmassive,   führt   der   Gran   Paradiso   (4.061   m)   die   Liste   an.   Bei   so   viel   Ungewissheit   ist   nur   eines   für   mich   sicher:   Der   Gran   Paradiso   mit   seinem Gipfel ist zweifellos der höchste italienische Punkt, der sich auf einem italienischen Bergmassiv befindet. Mamma mia!
1. Etappe
Rückblick zum Parkplatz in Pont Die Berghütte Rifugio Vittorio Emanuelle II liegt auf einer Höhe von 2.732 m Ein Süppchen zum Abendessen Unterm Dach sind wir die einzigen Schlafgäste Happy Birthday zum 66. Geburtstag
2. Etappe
Mountain Hiker
von den Seven Summits der Alpen