AUSGEWÄHLTE GIPFELBLICKE
© Erich Arndt
Zum Seitenanfang
Zurück zur Startseite
Ausgewählte Gipfelblicke
Ausgewählte Gipfelblicke
MATTERHORN
4.478 m
Geografie:
Das
Matterhorn
steht
in
den
Walliser
Alpen
zwischen
Zermatt
(Schweiz)
und
Breuil-Cervinia
(Italien).
Die
Nord-
und
Westwand
liegen
auf
schweizerischem, die Südwand auf italienischem Staatsgebiet.
Unsere Aufstiegsroute:
Von
Zermatt
aus
geht
es
mit
der
Gondel
hinauf
zum
Schwarzsee.
Es
schließt
sich
eine
Bergwanderung
bis
zur
Hörnlihütte
an.
Meine
Aufstiegsroute
mit
einem Bergführer führte über den Hörnligrat zum Gipfel.
Unsere Abstiegsroute:
Wie Aufstiegsroute.
Anstrengung:
Lange
anspruchsvolle
alpine
Bergtour
(T5
–
T6).
Die
Route
hat
die
Schwierigkeit
WS+,
Fels
III
bis
II;
auf
dem
Dach
Eis
oder
Firn.
Steile
Grate
und
Felspassagen
sind
zu
überwinden.
Besondere
Anforderungen
hinsichtlich
der Sicherung sind beim Abstieg erforderlich.
Ausrüstung:
Komplette Hochgebirgsausrüstung.
Gefahren:
Alle
alpinen
Gefahren
im
Hochgebirge.
Die
Bilanz
von
bisher
etwa
500
Bergtoten am Matterhorn spricht eine deutliche Sprache.
Bemerkungen:
Das
Matterhorn
zählt
zu
den
höchsten
Berge
der
Alpen.
Wegen
seiner
markanten
Gestalt
und
seiner
Besteigungsgeschichte
ist
das
Matterhorn
einer
der
bekanntesten
Berge
der
Welt.
Für
die
Schweiz
ist
es
ein
Wahrzeichen
eine
der meistfotografierten Touristenattraktionen.
Letzte Aktualisierung: 28.09.2019
Die
Nachtstunden
in
der
Hörnlihütte
bringen
nicht
die
ersehnte
Ruhe,
denn
wo
Schläfer
sind,
da
sind
auch
Schnarcher,
die
Plage
der
Menschheit.
Gegen
3:30
Uhr
stehe
ich
auf
und
lege
meine
Kletterutensilien
an.
4:00
Uhr:
Frühstück
auf
der
Hörnlihütte.
Bekanntes,
morgendliches
Hüttenchaos!
Knapp
30
Menschen
wollen
an diesem 21. August 2013 auf das Matterhorn!
Michael,
mein
36-jähriger
Bergführer,
ist
die
Ruhe
in
Person.
Er
lässt
sich
von
der
Hektik
nicht
anstecken.
Kein
Wettrennen
zum
Einstieg.
Genau
um
4:30
Uhr
treten
Michael
und
Erich
vor
die
Tür.
Ich
kann
es
kaum
glauben:
Es
geht
los.
Noch
ist
tiefschwarze
Nacht,
der
Sternenhimmel
leuchtet
tief
in
mein
Inneres.
Nach
zehn
Minuten
der
sogenannte
„
Einstieg
“
–
eine
mehrere
Meter
hohe
fast
senkrechte
Wand
und
das
erste
Fixseil.
Vor
uns
klettern
etwa
sechs
Bergsteiger
die
Felswand
hinauf.
Das
ist
der
einzige
richtige
Stau,
wie
sich
später
herausstellen wird.
Die
nächsten
Stellen
sind
nicht
leichter.
Klettern,
klettern,
klettern
...
Michael
hat
das
richtige
Tempo
gewählt
–
ich
komme
gut
mit.
Welch
seltsames
Steigen
in
der
Nacht,
über
sich
nur
Dunkelheit,
unter
sich
schwarzes
Nichts!
Doch
bald
schleicht
sich
Grau
ins
Dunkel
ein,
die
Wand
vor
uns
bekommt
Konturen,
immer
tiefer,
aber
vor
allem
höher
werden
sie.
Beim
Steigen
ist
der
Gesichtskreis
eingeengt,
nur
auf
Hände
und
Füße
beschränkt.
Die
Kletterei
nimmt
mich
vollständig
in
Anspruch.
Nach
etwa
einer
Stunde
wird
es
heller.
Im
Osten
erwacht
der
neue
Tag,
und
auch
bei
uns
bekommt
die
Umgebung
allmählich
Farbe
und
Gestalt.
Langsam
steigt
die
Sonne
über
dem
Monte-Rosa-
Massiv
empor.
Unter
meinem
Steinschlaghelm
staut
sich
der
Schweiß,
läuft
trotz
Kälte
ins
Gesicht.
Keine
Hand
ist
frei.
Ich
kämpfe
mit
mir,
zweifele
am
Erfolg,
bin
fast
am
Ende,
will
eine
ganz
kurze
Pause.
Aber
es
geht
unaufhaltsam
weiter.
Nach
etwa
zwei
Kletterstunden
nähern
wir
uns
der
4000-Meter-Grenze.
Die
Luft
wird
dünner
und
es
wird
immer
steiler.
Die
Untere
Moseleyplatte
erhebt
sich
vor
den
Kletterern.
Kurz
nach
halb
sieben
ist
die
Solvey-Hütte
in
4.003 m
Höhe
erreicht.
Man
konnte
die
Schutzhütte
schon
aus
einiger
Entfernung
sehen
und
auch
riechen.
Eigentlich
wäre
dort
Halbzeit
gewesen
aber
es
geht
noch
die
Obere
Moseleyplatte
hinauf,
um
in
frischer
nicht
von
Urin
geschwängerter
Luft
eine
Rast
einzulegen.
Wenn
die
Bergführer
spüren,
dass
ihr
Gast
am
Seil
Schwierigkeiten
mit
der
Kondition
hat,
kehren
sie
spätestens
hier
an
der
Hütte
um.
Ein
weiterer
Auf-
und
der
spätere
Abstieg
wären
nicht
mehr
sicher
gewährleistet.
Da
unsere
Aufstiegszeit
bis
zur
Solvey-Hütte
unter
drei
Sunden
liegt,
ich
hinsichtlich
der
Kondition
gut
durchgehalten
habe,
ist
alles
im
Lot.
Jetzt,
in
der
Pause,
sehe
ich
auch
etwas
mehr
von
der
Umgebung.
Es
ist
genau
auszumachen,
wer
am
Berg
Führer
und
wer
Gast ist: Die Führer gehen aufrecht, die Gäste auf allen Vieren!
Nach
der
Rast
werden
die
Steigeisen
angelegt.
Noch
gibt
es
kein
durchgängiges
Eis
am
Berg
aber
ich
gewöhne
mich
daran
mit
den
Eisen
im
Fels
zu
klettern.
An
einigen
Stellen
rieselt
Kies
über
die
Trittkanten,
das
kostet
Nerven.
Plötzlich
gibt
es
Geräusche
von
oben.
Grässlich
splittern
Steine
neben
uns
in
die
Tiefe.
Die
meisten
Brocken
sind
oberhalb
zerborsten
und
fliegen
abgelenkt
in
die
Ost-
oder
Nordwand.
Hier
entscheidet
nur
noch
der
Zufall
über
die
Art
der
Heimkehr
–
Michael
und
Erich
sind
an
dieser
Stelle
mitten
im
Zermatter
Roulette.
Oberhalb
des
Schultergrats
baumelt
ein
dickes
graues
Seil.
Daran
geht‘s
hinauf.
Jetzt
kommt
die
schwierigste
Passage:
200
Meter
fast
senkrechte
Wand!
Fixseil
an
Fixseil.
Mehrere
Seilschaften
quälen
sich
vor
uns
die
Wand
empor.
Zeit
zum
Durchatmen.
Mir
geht
es
wieder
besser.
Ein
Biss
vom
Powerriegel,
ein
Schluck
aus
der
Trinkflasche,
dann
sind
wir
dran.
Es
geht
besser,
als
ich
dachte!
Michael
ist
zufrieden
mit
mir.
Wir
queren
die
Schulter,
sie
ist
mit
griffigem
Firnschnee
bedeckt
und
führt
direkt
zum
steilsten
Stück,
dem
obersten
Aufschwung.
Gegen
8:30
Uhr
erreichen
die
Bergsteiger
das
Gipfeldach.
Die
schneebedeckten
Platten
sind
komplett
vereist
und
glatt.
Der
obere
Teil
des
Matterhorns
ist
eine
ideale
Sprungschanze.
Von
dort
stürzten
die
Erstbesteiger
Croz,
Hadow,
Douglas
und
Hudson
ab.
Nur
Whymper
und
die
Taugwalders,
Vater
und
Sohn,
kamen
mit
dem
Schrecken
davon.
Auf
diesen
steilen
Platten
und am scharfen Grat darf man sich keinen Stolperer erlauben.
Trittspuren
geben
den
Steigeisen
etwas
Sicherheit.
Das
Gehen
im
steilen
Gelände
liegt
mir,
das
kann
ich.
„
Michael,
wie
lange
noch?
“
„
Halbe Stunde
.“
Als
es
ganz
langsam
dem
Gipfelgrat
entgegengeht,
klopft
ordentlich
mein
Herz.
Plötzlich
sehe
ich
die
Statue
des
Heiligen
Bernard.
Er
ist
der
Schutzpatron
der
Bergsteiger.
Ich
wusste,
dass
es
von
dieser
Statue
nur
noch
wenige
Meter
bis
zum
Gipfel
sind.
Die
letzten
Schritte
gehe
ich
wie
im
Traum.
Jeder
Schritt
nach
oben
ist
jetzt
eine
neue
Offenbarung.
Und
dann
plötzlich
liegt
der
Gipfelgrat
vor
mir.
Geschafft!
Um
9.05
Uhr,
nach
viereinhalb
Stunden
Aufstieg,
stehen
der
Bergführer
und
sein
Gast
auf
dem
Gipfel
und
fallen
sich
in
die
Arme.
Wir
sind
am
Ziel
–
an
diesem
Schnittpunkt
himmelstürmender
Linien.
Auf
dem
Gipfelgrat
gibt
es
Tiefblicke
zu
beiden
Seiten
und
weit
hinaus.
Jetzt
kann
ich
bestätigen,
dass
der
Grat
wie
eine
stumpfe
Rasierklinge
ist,
auf
dem
sich
alle,
außer
die
Bergführer,
gebückt
und
tastend
fortbewegen.
Im
Süden
fällt
man
nach
Italien,
im
Norden
in
die
Schweiz
und
das
über
2.500 m
tief.
In
Sichtweite
steht
das
italienische
Gipfelkreuz.
Diesen
Moment
vergesse
ich
nicht,
er
gibt
meinem
Bergsteigerleben
die
Weihe!
Ein
seltenes
Glücksgefühl
durchströmt
den
Körper.
Ich
schlage
Michael
auf
die
Schulter.
Ein
Pfundskerl,
dieser Bergführer! Riesenfreude, Emotionen und feuchte Augen.
Wir
haben
viel
Glück
gehabt,
einen
ungewöhnlich
ruhigen
und
heiteren
Tag
erwischt.
Die
Luft
ist
still
und
von
allen
Dünsten
frei.
Berge,
die
zehn
oder
zwanzig
Kilometer
entfernt
liegen,
zeichnen
sich
mit
scharfen
Umrissen
ab
und
erscheinen
nah.
Alle
ihre
Einzelzüge,
ihre
Grate
und
Klippen,
ihre
Schneefelder
und
Gletscher,
lassen
sich
genau
erkennen.
3.000
Meter
unter
uns
liegen
die
grünen
Wiesen
von
Zermatt
mit
ihren
Sennhütten
und
die
Häuser
des
Ortes.
Auf
der
anderen
Seite
zeigen
sich
die
Weiden
von
Breuil-Cervinia,
Seen,
Felder, Hochflächen.
In
einer
kleinen
Felsnische,
etwas
unterhalb
des
Gipfelgrates,
wird
pausiert,
gegessen,
getrunken
und
der
kurze
Moment
auf
der
Sphinx
der
Alpen
genossen.
Mit
großer
Konzentration
beginnt
der
kräftezehrende
Abstieg.
An
den
steilsten
und
gefährlichsten
Stellen
seilt
mich
Michael
ab.
Das
spart
Kraft
und
Zeit.
Nach
vier
Stunden,
um
13:00
Uhr,
ist
die
Hörnlihütte
erreicht.
Michael
sei
gedankt,
denn
ohne
ihn
hätte
ich
es
nicht
geschafft.
Die
erste
Erfrischung
kommt
aus
einer
Büchse
Bier.
Meine
Tour
ist
noch
nicht
beendet,
denn
weitere
eineinhalb
Stunden
müssen
mich
meine
Füße
zur
Seilbahnstation
Schwarzsee
tragen.
Mit
der
Gondel
geht
es
dann
in
die
High‐Society-
Metropole
Zermatt
zurück.
Brigitte
hat
mich
schon
an
der
Endstation
erwartet.
Im Reisetagebuch geblättert
(Mittwoch, 21.08.2013)
Über den Hörnligrat zum Gipfel des Matterhorns
1. Etappe
2. Etappe