Deutschlands geografische Extrempunkte
Letzte Aktualisierung: 08.06.2025
                    © Erich Arndt
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  Die tiefste Landstelle Deutschlands                                                                                                                                                                                       
Von   hier   an   geht`s   bergauf!   Das   ist   wörtlich   gemeint   und   nicht   auf   die Weltlage,   auf   Deutschland   oder   auf   meine   Gemütslage   bezogen. Alles auf     null ist     ebenso     eine     Redewendung     aber     in     der     Gemeinde Neuendorf-Sachsenbande        in        Schleswig-Holstein,        in        der Wilstermarsch,   geht   es   auch   auf   unter   null.   Dort   liegt   mit   3,54   m unter   NHN,   die   tiefste   Landstelle   Deutschlands.   Es   geht   nicht   mehr tiefer, sondern nur noch bergauf. Ein   8   Meter   hoher   Pfahl   veranschaulicht   die   Tidestände   sowie   die Sturmfluthöhen   und   macht   deutlich,   wie   hoch   das   Wasser   hier   stände, gäbe es die Deiche und Pumpen nicht. Genau   genommen   ist   die   wirklich   tiefste   Landstelle   etwa   50   Meter hinter   dem   Markierungspfahl   auf   der   angrenzenden   Wiese.   So   hat   es am   3. September   1987   das   Katasteramt   Itzehoe   vermessen   und   das schleswig-holsteinische    Innenministerium    ein    Jahr    später    bestätigt. Bei   einer   kurzen   Begehung   grüßen   uns   die   dort   wohnhaften   Kühe neugierig aber wenig euphorisch. Wer    sich    auf    einen   Ausflug    zu    dieser    geografischen    Besonderheit begibt,    wird    von    einer    typisch    norddeutschen    flachen    Landschaft empfangen:    Weiter    Horizont,    malerische    Dörfer    und    reetgedeckte Bauernhöfe     prägen     das     Bild     rund     um     die     tiefste     Landstelle Deutschlands,       in       der       Wilstermarsch,       dem       Land       unterm Meeresspiegel.   Vor   Ort   gibt   es   eine   Infotafel,   Sitzgelegenheiten   und einen   gut   gestalteten   Markierungspfahl   mit   Schild.    Der   Pfahl   wird von     einer     Deutschlandfahne     und     der     von     Schleswig-Holstein eingerahmt.   Darüber   hinaus   plätschert   Wasser   aus   einem   artesischen Brunnen,   der   sich   am   Rand   des   kleinen   Parkplatzes   befindet.   Doch
ohne   Streit   geht   es   auch   hier   nicht   zu. Während   niemand   ernsthaft   infrage stellt,   ob   die   Zugspitze   tatsächlich   der   höchste   deutsche   Berg   ist,   war   es lange    umstritten,    wo    genau    der    tiefste    Punkt    Deutschlands    liegt. Ursprünglich   hat   nämlich   ein   Dorf   in   Ostfriesland   den   Titel   der   tiefsten Landschaft   für   sich   reklamiert.   Mit   2,30   Meter   unter   NHN   schaffte   es   der ostfriesische   Ort   Freepsum   sogar   ins   Guinness-Buch   der   Rekorde   und zog   deutschlandweite   Aufmerksamkeit   auf   sich.   Die   Presseberichte   über Freepsum   stießen   in   Neuendorf   (damals   war   noch   nicht   die   Fusion   mit dem   Nachbardorf   Sachsenbande   erfolgt)   auf   Verwunderung.   Dort   war man   seit   einer   halben   Ewigkeit   davon   überzeugt:   Platter   als   hier   ist   das Land   nirgendwo   -   und   tiefer   gelegen   schon   gar   nicht.   Allerdings   hatte niemand   bisher   genau   nachgemessen,   ob   das   stimmt,   was   seit   Urvätern überliefert     wurde.     Also     baten     die     Neuendorfer     das     zuständige Katasteramt in der Kreisstadt Itzehoe, einmal genau nachzumessen. Das   Ergebnis   der   Landvermessung   war   erstaunlich:   Sage   und   schreibe 3,54     Meter     unter     Normalnull     liegt     eine     Weide     am     Rande     der Landesstraße   135.   Anschließend   entbrannte   ein   Streit   mit   den   Ostfriesen um    den    Tiefpunkt-Titel “,    denn    diese    dachten    gar    nicht    daran,    den Ehrentitel     abzugeben     -     ließ     dieser     sich     doch     Tourismus-fördernd vermarkten.    Sie    führten    sehr    eigenwillige    Definitionen    ins    Feld,    was unter   dem   Begriff   tiefste   Landstelle “   zu   verstehen   ist.   Kriterium   sollte auf   einmal   eine   Fläche   von   mehr   als   100   Hektar   sein,   auf   der   seit   jeher Landwirtschaft   betrieben   wird.   An   der   Elbe   ließ   man   sich   von   solchen ostfriesischen   Nebelkerzen   nicht   blenden.   Die   Neuendorfer   stellten   klar: Ein Punkt ist eben ein Punkt und nun mal keine Fläche.
Mountain Hiker
 Deutschlands geographische Extrempunkte Extrempunkt Bild Ortslage Tiefster natürlicher Landpunkt Deutschlands  N: 53° 57‘ 48.0‘‘ O: 09° 19‘ 04.7‘‘      Schleswig-Holstein Kreis Steinburg; Amt Horst-Herzhorn; Gemeinde Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch .  Lage des tiefsten Landpunktes Deutschlands im Bundesland Schleswig-Holstein Hier gehts lang Die Karte ist am Parkplatz aufgestellt Das erste geografische Tagesziel ist erreicht Der Pfahl ist ein begehrtes Fotomotiv 3,54 Meter u. NN - schwarz auf weiß Pfahl mit Markierungen der Deichhöhe und der Sturmfluten So ist die Lage in der Wilstermarsch Ein Gästebuch ist auch vorhanden Der artesische Brunnen befindet sich neben dem Parkplatz Blick von der angrenzenden Wiese zum Platz mit dem Pfahl Auf der angrenzenden Wiese befindet sich der "echte" tiefste Punkt der Republik Hier könnte die vermessene tiefste Landstelle Deutschlands liegen Die Anwohner haben uns die Stelle bestätigt Von hier an gehts bergauf!