Deutschlands geografische Extrempunkte
Letzte Aktualisierung: 08.06.2025
© Erich Arndt
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Deutschlands
geografischen
Extrempunkte
Der westlichste Punkt Deutschlands
Der
westlichste
Punkt
Deutschland
liegt
im
Bundesland
Nordrhein-
Westfalen,
etwa
7
km
von
der
Zipfelgemeinde
Selfkant
entfernt,
an
der
Grenze
zu
den
Niederlanden.
Er
ist
der
Einzige
der
vier
Extrempunkte, an dem man mit dem Auto vorfahren kann.
Nach
dem
zweiten
Weltkrieg
stand
Selfkant
noch
bis
1963
unter
niederländischer
Verwaltung.
Neben
der
Kreisstraße
1
im
Ortsteil
Isenbruch
plätschert
der
kleine
Rodebach.
Der
Wortteil
„Rode“
steht
hier
tatsächlich
für
Rot, denn
aufgrund
des
hohen
Eisengehalts
im
Boden
ist
der
Bachlauf
rot
eingefärbt.
Das
Gewässer
markiert
die
Grenze
zum
Nachbarland.
An
der
Straße
in
Isenbruch
gibt
es
einen
Parkplatz
und
eine
Informationstafel.
Von
dort
wandert
man
dann
noch
etwa
200
Meter,
zum
Teil
auf
einem
Bohlenweg,
entlang
des
Baches
bis
zu
einer
Plattform,
die
über
den
Grenzbach
errichtet
wurde
und
schon
steht
man
am
westlichsten
Punkt
unseres
Landes.
Oder
man
sitzt
auf
der
Bank
in
den
Niederlanden
und
lässt
die
Füße
in Deutschland baumeln.
Die
Gegend
ist
unspektakulär.
Es
gibt
ein
wenig
Tourismus,
Die
Landschaft
ist
flach,
entlang
der
Straßen
wachsen
die
typischen
Kopfweiden
und
auf
den
umliegenden
Wiesen
grasen
friedlich
die
Kühe.
Ein
Blickfang
sind
natürlich
die
schottischen
Hochlandrinder
mit
ihren
gewaltigen
Hörnern,
die
im
Gangelter
Rodebach-
Naturpark zu finden sind.
Ein kurzer Blick in die Geschichte von Selfkant:
Am
23.
April
1949
kommt
der
Selfkant
unter
niederländische
Auftragsverwaltung.
Er
diente
als
Pfand
für
die
Kriegsentschädigungen,
die
Deutschland
zu
zahlen
hatte.
5.500
Selfkänter
erhielten
neue
Pässe
mit
dem
Eintrag
„
Wordt
behandelt
als
Nederlander
“
(Wird
behandelt
als
Niederländer).
Viel
hat
es
ihnen
nicht
ausgemacht,
waren
die
Beziehungen
doch
immer
eng
geblieben
und
die
Verständigung
im
verwandten
selfkänter
und
limburger
Dialekt
stellte
ohnehin
kein
Problem
dar.
In
mageren
Zeiten
profitierten
sie
von
der
neuen
Situation.
In
den
nun
heimischen
Niederlanden
gab
es
Kaffee
und
Zigaretten,
Arbeitsplätze
und
neue
Straßen,
während
man
gleichzeitig
zinslose
Wohnungsbaudarlehen
aus
Deutschland
beziehen
konnte.
Wahrscheinlich
hätten
sich
viele
nach
14
Jahren
Niederlande
für
einen
Verbleib
entschieden.
Doch
1963
ging
Selfkant
nach
sechsjähriger
Verhandlungszeit
und
einer
Zahlung
von
280
Millionen
D-Mark
an
Deutschland
zurück.
In
der
Nacht
zum
1.
August
1963
gab
es
eine
Aktion,
die
ihresgleichen
sucht:
Häuser,
Scheunen
und
Lastwagen
wurden
mit
Schmuggelware
vollgestopft.
Vor
allem
niederländische
und
deutsche
Geschäftsleute
waren
fleißig
bei
der
Sache.
Als
die
Grenze
um
Mitternacht
fiel,
wechselten
Kaffee
und
Zigaretten
tonnenweise
das
Land,
ganz
ohne
Bewegung
und
zollfrei. Seit 1989 sind die Zollhäuser zu und die Grenzen offen.
Die
deutsch-niederländische
Grenze
am
Westzipfel
hat
einen
Zacken.
Hier
steht
das
Haus,
das
einst
dem
Kohlehändler
Pier
Craene
gehörte.
Der
sah
sich
nach
der
Rückgabe
des
Selfkants
an
Deutschland
durch
die
neue
Grenzziehung
just
von
seinem
angrenzenden
Kohleschuppen
getrennt.
Die
Grenzregulierung
mit
Zickzack
vereinte
Haus
und
Schuppen
und
schlug
sie
dem niederländischen Gebiet zu.