AUSGEWÄHLTE GIPFELBLICKE
© Erich Arndt
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Ausgewählte Gipfelblicke
Ausgewählte Gipfelblicke
MOSESBERG
2.285 m
Letzte Aktualisierung: 28.01.2026
I
n
der
Nacht,
im
Gästehaus
des
Katharinenklosters,
haben
wir
gut
geschlafen.
Um
7:15
Uhr
geht’s
aus
den
Betten
und
nach
einer
Katzenwäsche
eine
Dreiviertelstunde
später
zum
Frühstück.
Das
Büfett
bot
alles
Notwendige
an,
um
satt
zu
werden.
Gut
gerüstet
sind
Brigitte
und
ich
zur
verabredeten
Zeit
auf
dem
Klosterhof,
um
mit
Mohamed
und
seinem
Cousin
auf
den
Mosesberg
zu
steigen.
Der
Aufstieg
beginnt
um
9:00
Uhr.
Weitere
Touristen
sind
nicht
zu
sehen,
da
die
meisten
in
der
Dunkelheit
hinaufgehen,
um
den
Sonnenaufgang
auf
dem
Berg
zu
erleben.
Wir
haben
uns
entschieden
am
Tag
zu
wandern,
um
mehr
Landschaft
und
Fernblicke
über
das
Sinai-Gebirge
zu
genießen.
Nachdem
das
Klostergelände
verlassen
ist, hängen sich zwei Beduinen mit ihren Kamelen an unsere Fersen.
Ich
versuche
ihnen
klarzumachen,
dass
wir
nicht
zu
den
Wanderern
gehören,
die
an
jedem
Teehaus
anhalten
und
uns
auf
den
Berg
per
Kamel
tragen
lassen
wollen.
Später
bleiben
sie
zurück
und
kehren
um.
Der
Weg
ist
denkbar
einfach
und
kaum
zu
verfehlen.
Auch
unterwegs
werden
immer
wieder
Paarhufer
zum
Transport
angeboten.
Nach
vielen
Kehren
ist
dann
der
Endpunkt
für
die
Kamele
erreicht.
Wir
legen
eine
Trinkpause
ein
und
gehen
danach
in
ruhigen
Schritten
weiter
bergan.
Die
Bergseite
wird
auf
einem
kaum
sichtbaren
Pass
gewechselt.
Es
geht
ein
Stück
bergab
und
dann
wieder
empor.
Ein
weitere
Teehäuschen
taucht
auf.
Es
befindet
sich
auf
einer
Höhe
von
2.080
m.
Wenige
Meter
später
setzt
links
eine
Steintreppe
an,
die
die
letzten
200
Höhenmeter
auf
angezeigten
750
Stufen
überwindet.
Die
Steinstufen
sind
unregelmäßig
in
Höhe
und
Lage
angeordnet
und
somit
kräftezehrend
zu
begehen.
Die
Höhe
wird
hier
spürbar,
denn
die
Atmung
wird
intensiver.
Trotzdem
kommen
wir
gut
voran
und
erreichen
nach
einer
halben
Stunde
das
letzte
Teehäuschen
vor
dem
Gipfel.
Nun
sind
es
nur
noch
90
Stufen,
die
zu
stemmen
sind.
Nach
genau
drei
Stunden
Aufstiegszeit
ist
es
geschafft,
der
Gipfel
des
2.285
m
hohen
Mosesberges
ist
erklommen.
Brigitte
hat
sich
zu
ihrem
75.
Geburtstag
ein
schönes
Geschenk
gemacht.
Der
Gipfel
ist
leicht
verbaut,
einerseits
durch
die
griechisch-orthodoxe
Dreifaltigkeitskapelle,
andererseits
durch
eine
kleine
muslimische
Moschee,
die
aus
dem
12.
Jahrhundert
stammt.
Das
erfreuliche
ist,
dass
wir
um
12:00
Uhr
hier
oben
die
einzigen
Touristen
mit
ihren
zwei
Beduinenführern
sind.
Ich
steige
in
die
Moseshöhle
hinab
und
sehe
leider
nur
Unrat,
den
Touristen
hinterlassen
haben.
Die
Höhle
liegt
unmittelbar
unterhalb
der
muslimischen
Moschee.
Nach
religiöser
Überlieferung
wartete
Moses
in
dieser
kleinen,
teils
natürlichen
Höhle
40 Tage und Nächte, bevor er von Gott die Zehn Gebote empfing.
Mohamed,
unser
Guide,
hat
inzwischen
eine
Decke
besorgt,
auf
der
wir
uns
niederlassen
und
in
der
Sonne
einen
kleinen
Imbiss
und
Tee
genießen.
Brigitte
und
mir
fehlt
etwas
die
religiöse
Dimension,
um
aus
der
Wanderung
auf
den
heiligen
Gebel
Musa
eine
spirituelle
Erfahrung
ziehen
zu
können.
Trotzdem
atmen
wir,
auf
die
eine
oder
andere
Art,
Geschichte
ein.
Der
grandiose
Fernblick
vom
Gipfel
ist
es
allein
wert,
einmal
hier
oben
gewesen
zu
sein.
Der
Blick
schweift
weit
über
die
roten
Felsen
des
Sinai-Gebirges
bis
hinüber
zum
höchsten
Berg
Ägyptens, den 2.637 m hohen Katharinenberg.
Nach
einer
Gipfelstunde
geht’s
auf
gleichem
Wege
wieder
hinab
ins
Tal,
zum
Katharinenkloster.
Der
Abstieg
dauert
zwei
Stunden.
Wir
verabschieden
uns
von
unseren
freundlichen
Begleitern
und
fahren
nach
Sharm
el
Sheikh
zurück.
Der
erlebte
Kontrast
der
Lebenswelten
zwischen
dem
Badeort
am
Rotem
Meer
und
dem
Beduinendorf
bei
Katharinenstadt,
wird
noch
lange
die
Gedanken
beschäftigen
und
in
Erinnerung bleiben.
Im Reisetagebuch geblättert
(Mittwoch, 14.01.2026)
Mosesberg: Wo Himmel und Erde zusammenrücken
Geografie:
Der
Mosesberg
,
auch
Gebel
Musa
oder
Berg
Sinai
genannt,
liegt
auf
der
ägyptischen
Sinai-Halbinsel.
Er
ist
mit
2.285
m
Höhe
die
zweithöchste
Erhebung
der
Sinaihalbinsel.
Der
Katharinenberg,
der
vom
Gipfel
aus
in
Sichtweite liegt, ist um ca. 350 m höher.
Unsere Aufstiegsroute:
Vom
Katharinenkloster
aus
kann
der
Aufstieg
zu
Fuß
oder
per
Kamel
bewältigt
werden.
Auf
dem
letzten,
steileren
Abschnitt,
etwa
ab
der
rund
300 m
unterhalb
des
Gipfels
liegenden
Elija-Mulde,
müssen
dann
noch
750
Felsstufen
überwunden werden.
Unsere Abstiegsroute:
Der Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute.
Anstrengung:
Der
Aufstieg
ist
eine
relativ
einfache
Bergwanderung
(T1).
Die
Schlusspassage
über
Steinstufen
ist
etwas
steil
und
muss
entsprechend
konzentriert
überwunden
werden.
Ausrüstung:
Trekkingschuhe und dem Wetter angebrachte Schutzkleidung.
Gefahren:
Keine.
Bemerkungen:
Der
Mosesberg
ist
jener
Berg,
an
dem
laut
biblischer
Überlieferung
Moses
von
Gott
die
Zehn
Gebote
erhielt.
Auf
dem
Gipfel
befinden
sich
eine
Moschee
aus
dem
12. Jh.
sowie
eine
Moses
und
der
heiligen
Dreifaltigkeit
geweihte
Kapelle,
welche
im
Jahr
1934
auf
den
Ruinen
einer
unter
Kaiser
Justinian
I.
zwischen
548
und
565
erbauten
Basilika
errichtet
wurde.
Der
Berg
wird
von
Pilgern
und
Touristen
gerne
gegen
Ende
der
Nacht
im
Dunkeln
–
zeitweise
mit
großem
Gedränge – bestiegen, um auf dem Gipfel den Sonnenaufgang zu erleben.